Schnorchler stirbt nach Haiangriff

Von März 22, 2015 Alle 2 Kommentare

Unfall in der Coraya-Bucht

Es war vermutlich ein Mako-Hai, der bereits am Samstag einen Schnorchler in der Bucht von Coraya angriff und durch einen Biss ins Bein schwer verletzte. Durch die Hilfeschreie alarmiert, war auch wenige Sekunden später ein Zodiac zu Stelle. Die Besatzung versuchte den verletzten Schnorchler zu retten, als der Hai ein zweites Mal zubissen habe, wie Augenzeugen berichteten. Der Schnorchler wurde in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert, starb aber, nach offiziellen Angaben, wegen des hohen Blutverlustes auf dem Weg dorthin.

Angriffe von Haien auf Menschen sind in Ägypten extrem selten. Wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, wurden in den letzten 100 Jahren überhaupt nur fünf Menschen vor den ägyptischen Küsten von Haien getötet. Im Vergleich dazu kosten Elefantenangriffe in Afrika jedes Jahr rund 200 Menschenleben. Flusspferde töten jährlich angeblich bis zu 2000 Menschen in Afrika. Aussagen, nach denen es im Roten Meer regelmäßig zu Haiangriffen komme, wie das, im Zusammenhang mit dem Haiangriff im Süden Ägyptens, von deutschen Boulevardblättern kolportiert wird, entbehren tatsächlich jeglicher Grundlage.

Makos sind eher selten

Zum letzten tödlichen Anangriff war es vor fünf Jahren vor Sharm el Sheik gekommen. Damals hatte ein Weißspitzen-Hochseehai eine deutsche Rentnerin angegriffen und getötet. Später hatte sicher heraus gestellt, dass der Hai durch die verbotene Entsorgung von Tierkadavern durch ein Schiff angelockt worden war.

Offenbar war für den Angriff vor Coraya ein Mako verantwortlich. Diese Hai-Art ist zwar auch im Roten Meer vertreten, aber deutlich seltener als etwa Weißspitzen-Hochseehai oder Hammerhai. Makos sind Hochseehaie. Sie gelten zwar als potentiell gefährlich, kommen aber selten so nahe an die Küste. Die Bucht von Coraya ist zudem nicht sehr groß, dafür aber vergleichsweise tief. Es ist nicht geklärt, ob es sich bei dem Unfall um einen möglicherweise provozierten Angriff oder einfach um einen schrecklichen Unfall handelt.

Text und Foto: psk

2 Kommentare

  • Pete sagt:

    Hm, mehr als nur traurig. War auf dem Schlauchboot oder spaetestens an Land niemand in der Lage die Blutung zu stillen oder wenigstens abzubinden?
    1te Hilfe Grundkurs.
    Jetzt wird bestimmt wieder sinnlos auf die Haie Jagd gemacht.

  • TB sagt:

    „…vermutlich ein Mako…“, „…nicht geklärt…“, „.. möglicherweise…“

    Wieso wird nicht genauer untersucht, z.B. durch die für Experten sicher simple Untersuchung der Bissspuren, um was für einen Hai es sich tatsächlich handelte?

    Generell: Wieso bitteschön lässt man es hier mit Vermutungen, Annahmen und Spekulationen bewenden?! Hier ist immerhin ein Mensch gestorben!
    Wenn es in Ägypten wie andernorts gelesen entsprechende Experten tatsächlich nicht geben sollte, wieso schaut sich dann auch sonst keiner die Bissspuren an, z.B. vom sharkproject oder spezialisierte Forensiker?

    Um einen solchen Unfall zu verstehen und daraus lernen zu können und damit nicht nur Menschen sondern auch die Haie selbst (vor den Folgen der Hai-Angst wie z.B. dämlichen anschließenden Tötungsaktionen) besser schützen zu können, ist eine möglichst präzise Rekonstruktion des Unfalls samt Analyse aller Umstände und Gegebenheiten zwingend erforderlich.
    Verdammt nochmal, warum geschieht dies nicht?!