PADI Freediving Instructor Zandile Ndholovu aus Südafrika ist Gründerin der Black Mermaid Foundation

Von November 11, 2021 Alle Keine Kommentare

Wie Die Black Mermaid Foundation in der Gemeinde und im Naturschutz arbeitet.

Zandile Ndholovu aus Südafrika hat ihren Traum zum Beruf gemacht und wurde PADI Freediving Instructor, ­­die erste schwarze Instruktorin Südafrikas. Sie ist auch als Black Mermaid bekannt und hat die namensgleiche Organisation The Black Mermaid Foundation gegründet. Sie setzt sich sowohl für mehr Diversität und Inklusion in der Tauchbranche ein als auch für den Meeresschutz. Wir haben sie über ihre Liebe zum Meer und ihre Arbeit interviewt.

Ein Interview mit Zandile Ndholovu:

Wann hast du mit dem Freitauchen angefangen und bist PADI Mitglied und dann Instructor geworden?

 Ich habe Ende 2018 vom Freitauchen erfahren und meinen Kurs im Juni 2019 gemacht. Ich habe damals den einzigen PADI Freediving Instructor in Südafrika kennengelernt und meine Ausbildung im Januar 2020, kurz vor dem Lockdown, beendet. Meine persönliche Reise seitdem ist echt unglaublich!

Du kommst aus Johannesburg, einer Stadt im Landesinneren, die fast 2000m über dem Meeresspiegel liegt. Woher kommt deine Faszination für das Meer?

Ich hatte nie davon geträumt, dass das Meer ein Ort ist, an dem ich jemals sein könnte, bis ich 2012/13 beim Mountainbiken war. Ich erinnere mich, den Ozean auf eine ganz bestimmte Weise gesehen und wahrgenommen zu haben und wusste sofort, dass ich ihn entdecken muss. 2016 war ich dann zum ersten Mal auf Bali schnorcheln und konnte unter die Meeresoberfläche schauen. Dieser Moment hat mein Leben verändert! Als Joburger wusste ich nicht, wie ich weitermachen sollte und als Leute vom Tauchen sprachen, machte ich meinen PADI Discover Scuba Dive in Sodwana und liebte es. 2017 und 2018 machte ich meinen Open Water, Advanced Open Water und den Rest meiner Scuba-Brevetierungen in Johannesburg, wo wir in Steinbrüchen tauchen gingen. Zurzeit lebe ich in Kapstadt und bin verliebt in die Kelpwälder und das klare, kalte Wasser des Atlantiks!

Die Black Mermaid Foundation arbeitet sowohl in der Gemeinde als auch im Naturschutz. Was machst du genau und warum ist es wichtig beides zu verbinden?

Ich denke, lokale Küstengemeinden müssen die Möglichkeit haben, den Ozean kennen zu lernen. Dies ist aus zwei Gründen wichtig. Erstens ist der Ozean ein erstaunlicher Ort, den jeder mindestens einmal in seinem Leben erlebt haben muss. Südafrika hat eine harte Geschichte, in der während der Apartheid Schwarzen und Farbigen nicht erlaubt war, an den Strand zu gehen. Daher ist dies noch nicht so üblich. Hier muss die Veränderung beginnen. Zweitens ist eine persönliche Verbindung zum Ozean notwendig, denn wenn Menschen etwas lieben und sich damit verbunden fühlen, werden sie es schützen.

Um diese Lücke zu schließen, mache ich interaktive Meereserlebnisse, wie Schnorchelausflüge für Kinder zwischen 10 und 18 Jahren. Wenn wir eine vielfältige Vertretung im Wassersport und Umweltschutz anstreben, müssen wir auf schulischer Ebene anfangen. Wenn wir die Ängste der Kinder in Faszination umwandeln können, bauen sie hoffentlich diese Verbindung auf und erweitern ihre Träume. Wir machen auch Schulgespräche, damit wir Bewusstsein dafür schaffen, dass der Ozean ein Ort für alle ist. Durch Naturschutzaufklärung bei Jugendlichen ermutigen wir sie selbst Meeresschützer zu werden.

Die Organisation ist selbst finanziert, sodass wir leider nicht immer Kurse geben können. Wir suchen aktiv nach Spendern, die sich unserer Mission anschließen, den Ozean zugänglicher zu machen, insbesondere mit Blick auf das Jahrzehnt der Ozeanforschung für nachhaltige Entwicklung und deren Ziele. Es ist eine unglaubliche Zeit, am Leben zu sein und diese Arbeit zu tun!

Wie sind die Reaktionen der lokalen Gemeinden, wenn du sie über den Ozean, die Probleme und den Schutz aufklärst? Denn viele Südafrikaner haben das Meer noch nie wirklich erlebt, selbst diejenigen, die in der Nähe leben.

Es gibt viele Gemeinden, die in der Nähe des Ozeans leben, ihn gesehen, aber noch nie persönliche Erfahrung gemacht haben. Traditioneller Glaube, Spiritualität und viele andere Erklärungen werden uns von klein auf als Gründe genannt, warum wir nicht ins Meer gehören.

Die Gemeinde, mit der ich in Langa hier in Kapstadt zusammenarbeite, ist so offen und dankbar für die Bemühungen. Aber es wird auch deutlich, dass es eine generelle Unzugänglichkeit zum Meer gibt, da oftmals Geld, Transportmittel, Zeit und Zugang zu dem Wissen darüber fehlt.

Ich kann nur einen sicheren Ort zum Erkunden schaffen und hoffen, dass die Kinder bereit sind, das Meer weiter zu entdecken. Es ist eine unglaubliche Erfahrung zu sehen, wie sich der Schrecken in Freude verwandelt. Der erste Ausruf der Kinder „Da ist ein Seestern!“ lässt mich schluchzen. Diese Momente sind für mich mehr als magisch und auf unvorstellbare Weise belohnend!

Mir ist klar, dass es schwer ist, die Leute zu bitten, sich um den Ozean zu kümmern, wenn sie nicht wissen, wie sie Essen auf den Tisch bekommen. Daher ist der Zugang zum Meer schon eine Art Privileg. Wir können nur hoffen, dass mit der Zeit und mit Aufklärung eine Veränderung stattfinden kann.

Du hast auch deine eigene Modelinie herausgebracht. Welche Zielgruppe spricht sie an?

Ja, habe ich! Die Kleidung besteht aus zwei fiktiven Charakteren, die ich erstellt habe, Lwandle und Nkanyezi, eine Meerjungfrau und ein Meermann! Die Kleidung ist für alle, von Babygrößen bis 2XXL! Zu sehen, wie sich Kinderaugen weiten, wenn sie mich in meinem Oberteil sehen und mich anlächeln, ist worum es für mich dabei geht.

Bringst du nur Einheimischen das Freitauchen bei oder nehmen auch Touristen an deinen Kursen teil?

Ich unterrichte jeden, der lernen will! Touristen sind herzlich willkommen! Ich unterrichte Freitauchen in KwaZulu Natal, Kapstadt und Johannesburg, all diese Gegenden sind auf ihre ganz besondere Art schön. Es ist so toll Menschen diese neue Erfahrung näher zu bringen. Es hat mein Leben so sehr verändert, dass ich die normale Arbeitswelt aufgegeben habe. Der Ozean hat mein Herz gestohlen und es gibt keinen Moment, in dem ich es für selbstverständlich halte hier zu sein und es so zu erleben, wie ich es tue!

 

Informationen 

unter www.freediving black mermaid  und bei PADI

Text: Maren Scholten